Culture Clash
November 25th, 2008 von
malte
Am Wochenende war ich auf einer “normalen” Party eingeladen. Mit normal meine ich jetzt eine nicht-Industrie-Party…Das ist ja an sich nix besonderes, jedenfalls nicht bis zu dem Punkt, an dem irgendwann “rauskommt”, was ich so beruflich mache. Ab da wirds dann nämlich meist interessant. Ich stelle bei solchen Anlässen dann immer wieder fest, wie sehr das Medium Erotik schon zu meinem Alltag geworden, bzw. wie alltäglich mein Umgang damit ist. Meiner Erfahrung nach ist das nämlich bei Leuten, die das nicht beruflich machen, eher nicht so und die können dann schonmal leicht schockiert reagieren…
So, mal wieder etwas weiter ausgeholt. Jedenfalls war ich auf dieser Feier unter Menschen, die ich größtenteils nicht kannte und die mich nicht kannten und irgendwann gab auch ich zum besten, was ich den ganzen Tag so treibe. Einen Bruchteil einer Sekunde später sah ich mich mal wieder mit sämtlichen Erotikfilm-Clichées, die man sich so vorstellen kann, konfrontiert. Glücklicherweise hat mich das nicht unvorbereitet getroffen, aber es ist doch immer wieder schockierend interessant, welches Bild von perversen Parallel-Universen der Erotikindustrie in den Köpfen vorherrscht. Angefangen damit, dass die Leute, die den Job machen alle nicht ganz echt sind, über “das und das kann niemandem Spaß machen”, bis hin zu “das ist total eklig”…es war alles vertreten.
Die erste Person, die ins Gespräch kam war Vivian Schmitt (war neben Gina Wild und Jenna Jameson die einzige, die ein begriff war) und als ich meinte: “Ah cool, Vivian ist super nett…”, gings los: “Sie ist nett …vielleicht kann sie auch kochen…hihihi…”.
…
Ja, auch wenn es schwer vorstellbar ist, aber das sind auch alles ganz normale Menschen, manche sind sehr nett, andere weniger, sie Essen, trinken und entgegen verschiedener Meinungen haben sie nicht 24 Std am Tag Sex…Ich verstehe nicht, wieso viele Leute anderen Personen, die eine andere, vielleicht breiter gefächerte Sexualität haben und diese offen ausleben, so skeptisch begegnen.
Klar, es ist kein alltäglicher Job, aber das kann nicht Grund allein sein. Ich rede gerne über meine Arbeit/Hobby und über Erotikfilme, -stars und alles was da dran hängt, aber irgendwann ist es doch ermüdend immer wiederauf die gleichen “Vorurteile” zu treffen.
Schön ist auch, wenn sich im gleichen Atemzug beschwert wird, dass Leute, die Erotikfilme konsumieren, viel zu abgefahrene Vorstellungen von Sex haben und sich mehr auf “normale” Leute einstellen sollen… Wie wärs mit einer kleinen Portion Toleranz auf beiden Seiten?
Naja, wie auch immer, war jedenfalls mal wieder eine nette Gelegenheit für eine kleine “Gesellschafts-Studie”. Wie seht oder erfahrt ihr das?
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3 Kommentare »






November 25th, 2008 um 21:30
hmm, naja. solange du selbst keine Erotikfilme drehst, kannst du es doch eigentlich auch nicht richtig beurteilten, oder?
November 26th, 2008 um 10:25
Guter Punkt. Nur ich kenne mittlerweile ein paar Darsteller mehr und habe sie als “normale”, nette Leute kennengelernt, die sich nur durch den Inhalt des Jobs von z.B. einem Koch oder so unterscheiden und daher stösst dieses kategorische umherwerfen mit uralten Stereotypen bei mir immer wieder auf Unverständnis. Nur weil jemand Sex vor der Kamera hat, muss er doch nicht gleich nicht ganz dicht sein…oder die Sachen, die da praktiziert werden ausschliesslich für Geld tun oder?
November 26th, 2008 um 11:31
man kann auch nicht ganz echt sein, ohne filme zu drehen
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